Haller Winterreise 2016/17

 
 
 

Der Winter wird bunt!

Einen äußerst facettenreiches Theaterprogramm präsentieren die Freilichtspiele Schwäbisch Hall im kommenden Winter. Unter dem Titel „Haller Winterreise“ sind unterhaltsame und nachdenkliche Abende für ein Publikum aller Altersklassen zu erleben, vom verspielten Weihnachtsstück für Kinder über verführerische Chansons bis hin zum mitreißenden Monolog, vom intimen Zweipersonenstück bis zur exaltierten Physical-Theatre-Show. Wie in den vergangenen Jahren sorgt die Gesellschaft der Freundinnen und Freunde der Freilichtspiele e.V bei allen Abendvorstellungen in der Haalhalle für eine gemütliche Atmosphäre und bewirtet Gäste jeweils bereits eine Stunde vor Vorstellungsbeginn mit Speis und Trank. Im Rahmen der Haller Winterreise stellen sich zahlreiche Schauspieler und Sänger erstmals dem Schwäbisch Haller Publikum vor, die mit dem neuen Intendanten Christian Doll bereits Erfolge bei den Gandersheimer Domfestspielen feierten und die im Sommer 2017 auf der Großen Treppe vor St. Michael und in der zweiten außergewöhnlichen Spielstätte der Freilichtspiele, dem Haller Theaterzelt zu erleben sein werden.

Gunter Heun: Im Sommer Don Camillo vor St. Michael, im Winter Judas Ischariot in der Haller Urbanskirche

Einer davon ist der Gunter Heun, den Christian Doll nicht nur als dramaturgischen Mitarbeiter in der Vorbereitungsphase engagiert hat, sondern auch als Schauspieler für zwei große Rollen im kommenden Sommer. In „Don Camillo und Peppone“ auf der Großen Treppe wird er den rauflustigen Pfarrer Don Camillo geben, in Goethes „Die Wahlverwandtschaften“ im Haller Theaterzelt den von Leidenschaft entfachten Eduard. In der Haller Winterreise spielt er unter der Regie von Christian Doll den Judas im gleichnamigen Monolog der zeitgenössischen niederländischen Autorin Lot Vekemans. Die Premiere findet als Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael und St. Katharina und dem Freundeskreis Urbankirche e.V. bereits am 18. November in der Haller Urbanskirche statt. Danach wird der Schauspielmonolog bis August 2017 monatlich dort gezeigt. Die Urbanskirche ist ein ganz besonderen Ort für dieses Stück, wie Schauspieler Gunter Heun berichtet: „Die intime Atmosphäre, die der Raum bietet, schafft genau die Nähe und Unmittelbarkeit, in der ich diesen großartigen Text sprechen möchte, um mich mit dem Publikum auf die Suche nach diesem Judas zu machen.“ In „Judas“ lässt die Autorin den Jünger Judas Ischariot, der in der christlichen Welt lange Zeit als Inkarnation des Bösen und ultimativer Sündenbock galt, nach 2000 Jahren wieder von den Toten auferstehen. In einem bewegenden intimen Zwiegespräch mit den ZuschauerInnen ringt, schwitzt und kämpft Gunter Heuns Judas um seine Geschichte, um seine Motive, die sich so sehr von dem unterscheiden, was wir als festgelegt und kanonisiert über sein Tun zu wissen meinen.

Gunter Heun verbindet eine intensive künstlerische Zusammenarbeit mit Intendant Christian Doll, unter dessen Regie er bei den Gandersheimer Domfestspielen unter anderem in den Titelrollen der Schauspielklassiker „Othello“ und „Tartuffe“ sowie zuletzt als Lopachin in „Der Kirschgarten“ zu sehen war. Auch den Monolog „Judas“ haben sie dort bereits mit großem Erfolg zur Aufführung gebracht.

Abenteuerliches Weihnachtsstück für Kinder bis zur 3. Klasse: „Der kleine Wassermann“

Auch Moritz Fleiter wird im kommenden Sommer auf der Großen Treppe spielen. Im Winterprogramm wird er vom 14. bis 18. Dezember mit dem Essener Ensemble TOBOSO in der Haalhalle zu Gast sein. Gemeinsam mit Fabian Sattler und Charlotte Kath präsentiert er Otfried Preußlers Geschichte „Der kleine Wassermann“ als szenisches Live-Hörspiel und entführt mit live erzeugten Geräuschen, Musik und viel Einfallsreichtum in die aufregende Unterwasserwelt des Mühlenweihers. Die Vorstellungen für Schulklassen vom 14. bis 16. Dezember beginnen um 10 Uhr, Spielbeginn der Nachmittagsvorstellungen am Samstag und Sonntag, 17. und 18. Dezember, ist 15 Uhr. „Moritz hat ein außergewöhnliches Talent, mit seiner großen Spielfreude Kinder zu begeistern“, schwärmt der neue Freilichtspiele-Dramaturg Florian Götz, der Fleiter unter anderem in mehreren Kinderstück-Hauptrollen auf der Gandersheimer Dombühne erleben konnte. „Vor zwei Jahren nahmen einige Schüler sogar extra eine Videobotschaft auf, um ihn davon zu überzeugen, wiederzukommen und die Rolle des Birk in 'Ronja Räubertochter' zu übernehmen.“

Ein Hauch von Audrey Hepburn in der Haalhalle

Am 28. Januar wird der Schauspieler Tom Klenk die elektrisierende Atmosphäre im New York der 1940er Jahre um das New Yorker Partygirls Holly Golightly zu neuem Leben erwecken. Die Rolle der Holly war in der Verfilmung von Truman Capotes Kurzroman „Frühstück bei Tiffany“ eine der Paraderollen von Filmstar Audrey Hepburn. Tom Klenk ist seit 2006 festes Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg und war dort in zahlreichen Hauptrollen, unter anderem in den Titelrollen von Goethes „Faust“ und Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, zu sehen.

Dirk Schäfer: Von Jacques Brel zu Johannes Brenz

Mit seinem Chansonabend „Dirk Schäfer singt: Von Brel bis Piaf!“ wird dann am 11. und 12. Februar der Schauspieler und Sänger Dirk Schäfer die Haalhalle gehörig einheizen. Lieder von Jacques Brel, aber auch Edith Piaf, Georges Brassens oder Georg Kreisler stehen auf dem Programm, zum Teil in eigenen lust- und gefühlvollen Übersetzungen ins Deutsche, begleitet vom Akkordeonisten Karsten Schnack. Bevor Schäfer ab 17. Juni in der Uraufführung „Brenz 1548“ als Titelfigur Johannes Brenz auf der Großen Treppe zu erleben sein wird, wird er mit dem Trio Total und dem Programm „Dirk Schäfer singt: TangO.Und Piaf!“ in einem großen Eröffnungskonzert auch das Haller Theaterzelt eröffnen. Schäfer übernimmt seit vielen Jahren tragende Rollen in Schauspiel- und Musiktheaterproduktionen in ganz Deutschland, so etwa zuletzt den Fred/Petruchio in „Kiss me, Kate“ und den Bassa Selim in „Die Entführung aus dem Serail“ am Staatstheater Kassel. Bei den Gandersheimer Domfestspielen war er unter anderem als Valmont in der Musical-Uraufführung „Gefährliche Liebschaften“ zu sehen und begeisterte mit seinen Konzertprogrammen.

Multitalent Max Merker in einer Marx-Brothers-Hommage

Mit dem Schauspieler, Regisseur und Autor Max Merker wird in den kommenden Monaten ein außergewöhnlich vielseitiger Künstler das Programm der Freilichtspiele mitgestalten. Neben eigenen Stückentwicklungen im Bereich Physical Theatre arbeitetete er in verschiedenen Funktionen immer wieder auch mit Intendant Christian Doll zusammen und wird so auch bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall in Erscheinung treten: Er ist Autor des deutsch-italienischen Sommermusicals „Maria, ihm schmeckt's nicht!“ , Regisseur des Kinder- und Familienstücks „Pinocchio“ im Haller Theaterzelt und spielt als Schauspieler in der Buster-Keaton-Hommage „Lachen verboten!“. Im Winterprogramm ist er bereits als Darsteller in einer schräg-unterhaltsamen Hommage an die berühmten Marx Brothers und ihre frühen Filme zu erleben. Im Physical-Theatre-Abend „Before I speak I have something to say – Ein Marx Brothers Reenactment“ spielt er gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Schoch mit höherem Blödsinn gemeinsam gegen die Sinnlosigkeit unseres Daseins an.

Ein alter Bekannter feiert Premiere in der Haalhalle

Eine Premiere steht dann im März mit einer neuen Inszenierung des preisgekrönten Stücks „Gift. Eine Ehegeschichte“ auf dem Programm der „Haller Winterreise“. Zwei Ex-Partner treffen sich in diesem intensiven Kammerspiel der niederländischen Autorin Lot Vekemans nach Jahren am Grab ihres gemeinsamen Sohnes wieder. „Mit ihrem wunderbaren Dialog über zwei Menschen, die erst ein Kind verloren haben, dann sich selbst und dann einander, trifft Vekemans direkt ins Herz“, beschreibt die Jury des niederländischen Theaterpreises „Taalunie Toneelschrifjprijs“, mit dem „Gift. Eine Ehegeschichte“ im Jahr 2010 ausgezeichnet wurde, die außerordentliche Wirkung dieses berührenden Dramas. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Der Schauspieler Mario Gremlich stand bereits mehrfach im Ensemble der Freilichtspiele Schwäbisch Hall und übernahm unter anderem im Sommer 2005 die Rolle des Marquis von Posa in „Don Carlos“ auf der Großen Treppe. Nachdem er zuletzt unter anderem in den Musical-Großproduktionen „Die Gefährten“ am Theater des Westens in Berlin und „Rocky – Das Musical“ am Operettenhaus in Hamburg sowie als Gajew in „Der Kirschgarten“ bei den Gandersheimer Domfestspielen zu erleben war. Mit Christian Doll arbeitete er vor seinen Engagements in Bad Gandersheim bereits in mehreren Inszenierungen in der Schweiz zusammen, wo beide als regelmäßige Gäste am Theater Biel/Solothurn engagiert waren. In „Gift. Eine Ehegeschichte“ wird er gemeinsam mit der Schauspielerin Silke Geertz auf der Bühne stehen, mit der er bereits in „Die Gefährten“ am Theater des Westens in Berlin zusammenspielte.

Den Abschluss der Haller Winterreise bildet am 1., 2., 6. und 7. April dann die Aufführung des neuen Jugendclubs unter der Leitung der Schauspielerin Martina Maria Reichert mit der Stückentwicklung „Alles, was Dein Herz begehrt“.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Karten und weitere Informationen gibt es hier im Webshop de sowie bei der Touristik und Marketing Schwäbisch Hall, Am Markt 9, oder telefonisch unter 0791 751-600.